Private Krankenversicherung ab 59 Euro?

Das Thema Private Krankenversicherung ist gerade im Internet ein sehr umkämpfter Markt. Da greift mancher werbetreibender zu Mitteln, die natürlich legal, aber dennoch für mich äußerst fragwürdig sind.

Vielleicht sind auch Ihnen beim Serven im Internet bereits die plakativen Werbebotschaften zum Thema Private Krankenversicherung aufgefallen. Darin heisst es beispielsweise:

Private Krankenversicherung ab 40,89 Euro oder PKV ab 59 Euro *

Hört sich prima an, oder? Da ist mancher doch völlig zurecht verwundert, warum die eigene Prämie der Privaten Krankenversicherung deutlich über diesen genannten Beiträgen liegt. Doch zu beachten ist was sich hinter diesen, aus meiner Sicht, reißerischen Werbebotschaften verbirgt (was hinter dem „Sternchen“ * steht) . Ich möchte einen Blick auf dieses Detail werfen, um Ihnen zu erklären, wie diese Werbeaussage zustande kommt.

Beispiel:
Private Krankenversicherung ab 59,00 Euro*

* 20-jähriger Mann, selbständig, SB inkl. Pflegeversicherung

Also handelt es sich als um einen sehr jungen, männlichen (20 Jahre – bedenken Sie, dass das Einstiegsalter und Geschlecht zu den wesentlichen Kriterien für den PKV-Beitrag zählen) selbständigen und einen Tarif mit einer Selbstbeteiligung (SB) inkl. Pflegepflichtversicherung.

Natürlich ist es möglich dem 20-jährigen einen solchen Krankenversicherungstarif zu bieten. Ich habe gerade im unabhängigen Vergleichsprogramm nachgerechnet. Zum Beispiel liegt der Tarif KEH750 der Central Krankenversicherung bei einem Monatsbeitrag von 56,10 Euro. Der KEH750 von der Central ist ein Hausarzttarif mit einer jährlichen Selbstbeteiligung von 750 Euro. Der Tarif bietet keinesfalls einen Hochleistungsschutz, sondern eine Grundabsicherung im Bereich der PKV(mit Lücken, wie beispielsweise im Bereich der Psychotherapie) zu einem attraktiven Beitrag.

Bleiben wir beim Tarif der Central Krankenversicherung verändern aber das Einstiegsalter des Selbständigen von 20 Jahre auf 22 Jahre (also Geburtsjahr 1988). Dadurch erhöht sich der Tarifbeitrag auf 127,46 Euro! Ein riesiger Beitragssprung. Wie begründet sich dieser? Die Central stuft den Selbständigen mit 20 Jahren noch in einen Beitrag für „jugendliche“ ein und dieser wird dann umgestuft in den „Erwachsenenbeitrag“.

Somit ist die Beitragsangabe im Beispiel “ Private Krankenversicherung ab 57 Euro“ natürlich für den 20-jährigen völlig korrekt. Es ist dennoch meiner Meinung nach ein reines Lockangebot, damit die Werbung angeklickt wird, mit dem Ziel, dass sich der Interessent für den Versicherungsvergleich einträgt und die Adresse z.B. an einen Versicherungsmakler weiterverkauft werden kann. Da ist die Enttäuschung für den Interessenten meist groß, wenn im persönlichen Gespräch plötzlich keine Rede mehr von solch günstigen Beiträgen ist.  So zahlt der 45-jährige Selbständige beispielsweise keine 57 Euro für diesen Tarif, sondern 220,91 Euro.

Übrigens geht es in der Werbung auch noch günstiger, indem aus dem 20-jährigen Selbständigen einfach ein Angestellter gemacht wird. In diesem Fall übernimmt der Arbeitgeber 50 Prozent der Kosten für die PKV. Dieser Anteil wird einfach vom Beitrag abgezogen mit dem Ergebnis: Private Krankenversicherung ab 29 Euro. Diese Werbebotschaft sehe ich aber äußerst selten. Vermutlich ist die Beitragsangabe schon zu niedrig, sodass die Glaubwürdigkeit von potentiellen Interessten in Frage gestellt werden könnte.

Ich halte von dieser Art und Weise potentielle Kunden „zu ködern“ grundsätzlich überhaupt nichts, da diese Beitragsangaben nur auf sehr, sehr wenige PKV-interessierte zutreffen.

Ebensowenig treffen diese  Krankenversicherungsprämien für Beamte auf Probe oder auf Lebenszeit zu. Es gibt nur eine einzige Personengruppe, bei der eine solche Werbung angebracht wäre und das sind Referendare und Beamtenanwärter. Diese erhalten einen speziellen Ausbildungstarif dessen Beitrag in der Regel zwischen 50 – 85 Euro monatlich liegt, solange der Referendar oder Anwärter nicht älter als 38 Jahre ist (der Beitrag richtet sich nach der Beihilfeverordnung, Beihilfesatz, Einstiegsalter, Geschlecht – Vorerkrankungen bleiben in diesem Beispiel unberücksichtigt). Doch diese Zielgruppe soll mit den von mir beschrieben Werbeanzeigen im Internet gar nicht angesprochen werden. Es geht meist um Selbständige, Angestellte und Beamte (keine Referendare oder Anwärter) die sich neu PKV- versichern möchten oder bereits PKV-versichert sind und gerne beim Beitrag sparen wollen – was auch in machen Fällen möglich und natürlich legitim ist.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich halte es für absolut sinnvoll das Medium Internet als Versicherungsmakler zu nutzen. Für mich ist dies zu einer Selbstverständlichkeit geworden, da ich auf diesem Wege meinen Interessenten und Kunden jeder Zeit nützliche und wertvolle Informationen liefern kann. Auch ich biete einen unverbindlichen und kostenlosen Vergleich der Privaten Krankenversicherung an. Zum Beispiel hier können Sie sich für einen Krankenversicherungsvergleich für Beamte eintragen. Ein solcher Vergleich ist aus Kundensicht auch sehr sinnvoll und nützlich. Jedoch würde ich niemals falsche Hoffnungen durch reißerische Werbeaussagen beim potentiellen Kunden wecken. Ich denke, dass ist einfach eine Frage der Einstellung….

Private Krankenversicherung ab 59 Euro?
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